Textilrecycler begrüßen Kölner Vorgehen gegen illegale Sammlungen

Appell für fairen Wettbewerb

Die Ankündigung der Stadt Köln, rigoros gegen illegal aufgestellte Altkleidercontainer vorzugehen, wird von der Textilrecyclingbranche ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig appelliert die Branche an die Verantwortlichen, für einen fairen Umgang im Wettbewerb mit den ordentlich arbeitenden und zertifizierten Fachbetrieben zu sorgen.

Beate Heinz, Fachreferentin für das Textilrecycling beim Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) hat deshalb noch einmal deutlich gemacht, dass der Wildwuchs illegaler Container und die ordnungsgemäße gewerbliche Sammlung nicht in einen Topf geworfen werden dürfen. Schließlich sorgen die bvse-Mitgliedsunternehmen für Transparenz bei der Sammlung, nachvollziehbare Verwertungswege und den Schutz der Umwelt. Viele Betriebe unterstreichen dies mit dem bvse-Qualitätssiegel, das nur nach unabhängiger Sachverständigenprüfung vergeben wird.

„Dass die Stadt nun die illegalen Container entfernen will, ist ein sehr positives Zeichen und wir wünschen uns, dass noch mehr Kommunen diesem Beispiel folgen“, so Heinz weiter.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Kölner Vorhaben auch mit dem Einstieg der Stadt in die Sammlung zusammenhängt. Dies sieht die Branche mit Skepsis, denn es hat sich immer wieder gezeigt, dass Kommunen die neue Rechtslage nutzen, um gewerbliche Sammler aus dem Markt zu drängen und die Sammlung selbst zu übernehmen. Mittelständischen Unternehmen wird dadurch die Existenzgrundlage entzogen. Branchenexperten warnen deshalb vor einer Neukommunalisierung. Überdies liege das Risiko des kommunalen Engagements beim Bürger: Geht das Geschäftsmodell beispielsweise aufgrund sinkender Alttextilpreise oder fehlender Qualität der Sammelware, nicht auf, werde sich dies bei den Müllgebühren niederschlagen, die jetzt noch als Argument für die Sammeltätigkeiten herangezogen werden.

Hintergrund:
Anfang Januar hat die Stadt Köln bekannt gegeben, rund 1.000 unrechtmäßig aufgestellte Altkleidercontainer entfernen lassen. Dafür hat sie eine Allgemeinverfügung im Amtsblatt veröffentlicht (Mittwoch, 8. Januar 2014), wodurch die Stadt Köln nun eine rechtlich belastbare Handhabe besitzt, aktiv gegen illegal aufgestellte Altkleidercontainer vorzugehen. In der Allgemeinverfügung sei geregelt, dass Altkleidercontainer, die ohne eine wirksame Anzeige gemäß § 18 KrWG aufgestellt wurden, innerhalb von zwei Wochen von den Sammlern entfernt werden müssen. Geschieht dies nicht, könne und werde man mit Unterstützung der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) die Container kostenpflichtig entfernen lassen.

 

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